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Zeitlauf

Die zeitlichen Vorgaben aus dem baulichen Brandschutz sind eindeutig.

                                                

Der Feuerwiderstandswert von Bauteilen (Wände, Decken, Türen (Feuerschutzabschlüsse) wird in Minuten gemessen. Bauteile in Krankenhäusern müssen der Bauordnung entsprechen. Für Wände von Fluren (= Rettungswege) ist eine Feuerwiderstandsfähigkeit von 30 Minuten, für Decken eine von 90 Minuten vorgesehen. Unterhalb dieser Zeiten müssen die Bauteile die zugeordnete Raumabschließende  Funktion erhalten. In Rettungswegen sind häufig Stahl-/Glasabschlüsse eingebaut. In diese Türen ist Glas eingebaut, das 60 Minuten seinen Zusammenhalt und damit seine dicht schließende Funktion behalten soll. 

Nach längstens 2 Minuten kann für einen immobilen Patienten akute Lebensgefahr bestehen, wenn in seinem Patientenzimmer ein Brand ausbricht.  Sofortmaßnahmen (Retten) durch das Diensthabende Personal sind gefordert. Ein Brandausbruch in einem Patientenzimmer, insbesondere wenn dieser Raum nicht in die Überwachung der Brandmeldeanlage einbezogen und mit somnolenten Patienten belegt ist, sehr spät bemerkt werden. Wird die Türe eines solchen Brandraumes geöffnet, so kann die Zeit für Rettungsmaßnahmen zu lange her sein. Als Faustregel für die Eigensicherheit kann gelten, dass das Zimmer nur noch unter Atemschutz (= Feuerwehr) betreten werden sollte, wenn die Rauchdichte verhindert, das Fenster des Zimmers von der Türe aus noch sehen zu können.

Es kann bis zu 20 Minuten dauern, insbesondere lageabhängig vom Ort der Brandstelle und der Lage des hilfebedürftigen Bereiches, bis Kräfte der BOS (Feuerwehr, Rettungsdienst) zur Hilfe auf Station eintreffen können. Lageabhängig muss das Personal bereits mit der Verlegung (Räumen) der Patienten beginnen.

Nach 30 Minuten kann der Feuerwiderstandswert der Flurwände aufgebraucht sein. Die Raumabschließende Funktion kann aber muss nicht mehr erhalten sein. Feuer und Rauch können in den Flurbereich (Flur = Rettungsweg) vordringen.

Nach längstens 60 Minuten sollten die Patienten in einer Sammelstelle innerhalb des Hauses in (relativer) Sicherheit sein. Der Betrieb (= Notversorgung der Patienten) der inneren Sammelstelle(n) muss gewährleistet werden. Die äußeren Sammelstellen sollten Aufnahmebereit sein.

Nach längstens 90 Minuten sollten sich unmittelbar ober- und unterhalb der Brandstelle keine Personen mehr befinden. Ist die Sicherheit innerhalb des Hauses nicht mehr zu gewährleisten, so müssen die Patienten ins Freie (= Raus = Notfallevakuierung) gebracht werden.

Die aufgezeigten Gegebenheiten sind bautechnische Grundlage für alle Krankenhäuser (und Pflegeeinrichtungen). Das in dieser Homepage aufgezeigte Konzept (Retten! - Räumen! - Raus!) beruht auf diesen Gegebenheiten.